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3.1.3 Was bedeutet Weißabgleich?
Inhaltsverzeichnis
Licht unterschiedlicher Quellen, beispielsweise
von der Sonne bei klarem Himmel, einer Glühlampe
oder einer Neonröhre, hat verschiedene
.Farbtemperaturen. Während das menschliche
Gehirn diese Variationen automatisch kompensiert
und wir daher auch keine Unterschiede wahrnehmen, gilt dies nicht ohne weiteres für
Kameras. Fotos von ein und demselben Motiv
können je nach Lichtquelle völlig unterschiedliche
Farben aufweisen. Aufnahmen, die bei Glühlampenlicht
gemacht wurden, sind ohne Korrektur
beispielsweise leicht gelb-rotstichig.
Für eine korrekte Farbwiedergabe ist es deshalb
erforderlich, neben der Lichtintensität auch die
jeweilige Farbtemperatur des Umgebungslichts zu
kennen. Dies gilt sowohl für die konventionelle
als auch für die digitale Fotografie.
Linkes Bild: Aufnahme im Tageslicht-Modus bei Kunstlicht.
Rechtes Bild: Gleiche Aufnahme mit Weißabgleich.
Bei Filmkameras kommt je nach Aufnahmesituation
ein Kunst- oder Tageslichtfilm zum Einsatz.
Eine falsche Filmwahl kann zu blau-, grün- oder
rotstichigen Bildern (Farbstich) führen. Bei Digitalkameras
wird diesem Problem mittels des automatischen
Weißabgleichs, über den fast alle
Kameras verfügen, begegnet. Dieser optimiert die
Einstellungen des CCD-Sensors für die entsprechende
Lichttemperatur. Viele Kameras gestatten
dem Anwender auch, den Weißabgleich selbst
anzupassen. So erzielen Sie problemlos Aufnahmen
mit lebensechten Farben.
In der Anfangszeit der digitalen Bildaufzeichnung,
als es nur Videokameras gab, mussten diese
manuell auf die aktuelle Farbtemperatur eingestellt werden. Um die Abweichung der Farbtemperatur
des Umgebungslichts von der des neutral-weißen
Lichts ermitteln zu können, wurde z. B. ein weißes
Blatt Papier vor das Objektiv gehalten. Dank
der so gewonnenen Information konnte die
Kamera exakt auf die aktuellen Lichtverhältnisse
justiert („kalibriert“) werden.
Heutzutage bieten sowohl Video- als auch Digitalkameras
einen automatischen Weißabgleich.
Vereinfacht ausgedrückt, passiert dabei Folgendes:
Der integrierte Belichtungsmesser analysiert die
Farbzusammensetzung des Lichts. Aus diesen
Messwerten ermittelt die Kamera einen möglichst
präzisen Farbtemperaturbereich und gleicht eventuelle
Farbabweichungen mittels aufwändiger
Berechnungen (Algorithmen) aus. So ist sichergestellt,
dass auch bei wechselnden Lichtverhältnissen
farbechte Bilder aufgezeichnet werden.
Die meisten Digitalkameras reagieren auf Farbtemperaturen
von ungefähr 3.000 bis 6.700
Kelvin. Diese Werte orientieren sich an zwei
natürlich vorkommenden Lichtverhältnissen:
Tageslicht bei bewölktem Himmel (etwa 6.400
Kelvin) und Dämmerlicht mit starkem Rotanteil
(etwa 3.200 Kelvin).
Ermittelt die Digitalkamera
beispielsweise eine Farbtemperatur von ca. 3.200
Kelvin, stellt sie sich automatisch auf diese Situation
ein.
Das Ergebnis sind besser belichtete und
farbtreuere Bilder. Die digitale SLR Olympus E-1
verfügt für äußerste Präzision sogar über ein duales
Weißabgleichssystem sowie einen externen Weißabgleichssensor
zur Erkennung der Lichtquelle.
Viele Digitalkameras erlauben auch einen
manuellen Weißabgleich. Darüber hinaus kann
der Fotograf in der Regel auf Voreinstellungen für
z. B. Sonnenlicht, bewölkten Himmel, Kunstoder
fluoreszierendes Licht zurückgreifen.
Sollte Ihre Digitalkamera über eine „One Touch“-Funktion (Sofort-Weißabgleich) verfügen, können
Sie sie ganz auf die aktuelle Lichtsituation kalibrieren.
Sie müssen dazu lediglich das Objektiv
auf einen weißen Gegenstand richten und den
gemessenen Farbtemperaturwert speichern. So steht
er Ihnen für weitere Aufnahmen zur Verfügung.
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