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2.2 Was ist ein CCD-Sensor?
Inhaltsverzeichnis
Das „Herz“ einer Digitalkamera ist der etwa fingernagelgroße
CCD-Sensor. Auf dieser winzigen
Fläche befinden sich Millionen Fotodioden, die
wie die Bildpunkte eines
Monitors regelmäßig nebenund
untereinander angeordnet
sind.
Da sämtliche dieser CCDSensoren
in gleicher Weise
auf den Lichteinfall reagieren,kann eine Digitalkamera eigentlich nur Schwarz-
Weiß-Fotos aufnehmen.
Farbfähigkeit wird erst
dadurch erreicht, dass unterschiedliche Farbfilter
eingesetzt werden: Entweder RGB (Rot, Grün und
Blau) oder CMY (Cyan, Magenta und Gelb) plus
Grün-Farbfilter (letztere für noch realistischere
Helligkeitsergebnisse).
Die Angaben zur Helligkeit garantieren darüber
hinaus die „korrekte“ Farbwiedergabe. Da die
Lichtanteile der drei erfassten Farben in jeweils
256 Helligkeitsstufen unterteilt werden, ergeben
sich 256 x 256 x 256 = 16,7 Millionen Möglichkeiten
der Farbdarstellung. Mit dieser riesigen zur
Verfügung stehenden Palette ist eine getreue Farbabbildung
des fotografierten Motivs gewährleistet.
Der CCD-Chip „filtert“ die Helligkeitswerte automatisch
aus den drei Wellenbereichen heraus
und wandelt sie in elektrische Signale um, so
dass nunmehr sämtliche relevanten Bildinformationen
gespeichert werden können.
Vereinfacht ausgedrückt, gibt es zwei grundlegend
verschiedene Arten von CCD-Chips. Der eine Typ
wurde ursprünglich für TV und Video entwickelt,
leistet aber aufgrund einiger Modifikationen
mittlerweile auch bei Digitalkameras
gute Dienste. Ein wesentlicher Vorteil
dieses Video-CCDs (auch Interlaced-CCD
genannt) ist seine hohe Lichtempfindlichkeit.
Für die Ermittlung der jeweiligen Farbwerte
werden entweder RGB- oder
CMY+G(rün)-Filter eingesetzt.
Obwohl dieser CCD-Typ sämtliche Informationen
in einem Aufnahmevorgang festhält, setzen sich
die Aufnahmedaten aus zwei Halbbildern zusammen.
Die Kamera digitalisiert zuerst die Zeilen 2,
4, 6 usw. und dann in einem zweiten Arbeitsschritt
die Zeilen 1, 3, 5 usw.
Um eine korrekte Digitalisierung der Aufnahme zu ermöglichen,
dürfen während der „Entwicklungsphase“ keine
neuen Bildinformationen auf den CCD-Chip treffen.
Ein mechanischer Verschluss ist deshalb bei
Digitalkameras mit Video-CCD unabdingbar.
Aufgrund der hohen Leistung sowie der relativ
einfachen und kostengünstigen Herstellung sind
viele Digitalkameras mit einem Video-CCD ausgestattet.
Der zweite CCD-Typ, Progressiv-Scan-CCD oder
kurz Progressiv-CCD genannt, kann mehrere Vollbilder
pro Sekunde aufzeichnen. Dadurch, dass
die Daten „in einem Arbeitsgang“ Zeile für Zeile
(1, 2, 3, 4 usw.) „ausgelesen“ werden, ist kein
mechanischer Verschluss notwendig. Vorteil: Die
elektronische Belichtungssteuerung erlaubt
extrem schnelle Verschlusszeiten. Daher ist dieser
CCD-Typ ideal für Sport- und Action-Fotografie.
CCDs sind mit RGB (Rot, Grün und Blau)-Farbfiltern
beschichtet. Weil jedem Bildpixel einer der
drei CCD-Pixel zugeordnet ist, wird für jeden Bildpunkt
immer nur eine Grundfarbe aufgezeichnet.
Die fehlenden Farbinformationen werden mit Hilfe
eines Imaging-Prozessors errechnet und automatisch
ergänzt. Je besser diese Kombination aus
Hard- und Software arbeitet, desto besser ist auch
das Ergebnis.
Eine zusätzliche Verbesserung der
Bildqualität wird durch einen relativ
einfachen Kniff erzielt: Indem der
CCD-Chip im Verhältnis immer zwei
Grün- und je eine Rot- und Blau-
Information erfasst, kann das Motiv
noch präziser wiedergegeben werden.
Die Erklärung hierfür ist, dass das menschliche
Auge empfindlicher auf Grün als auf andere
Farben reagiert und dass Grün zudem sehr stark
die Helligkeitsempfindung beeinflusst.
Erstklassige Bildergebnisse hängen allerdings
nicht allein von der Verwendung der richtigen
Farbfilter ab. Die Anordnung der Komponenten
auf dem Chip – der Fotodioden, die die Signale
erzeugen und der Übertragungskanäle für die
Übermittlung der Signale an den Prozessor –
kann ebenfalls einen großen Einfluss auf das
Endergebnis haben. Dies lässt sich anhand eines
Vergleichs zweier CCD-Typen zeigen: des Interline
Transfer CCDs, das in den meisten Digitalkameras
verwendet wird, und des Full Frame Transfer
CCD-Sensors, der in fast allen Kameras des
Olympus E-Systems zum Einsatz kommt.
Wie aus der Illustration ersichtlich ist, zeichnet
sich der Full Frame Transfer CCD-Sensor durch
eine größere lichtempfindliche Oberfläche aus,
mit größeren Fotodioden und Datenkanälen.
Dies bedeutet, dass mehr Elektronen (Licht) für die Signalgenerierung genutzt werden können.
Das Ergebnis ist ein besseres Verhältnis von
Signaldaten zu Stördaten (Rauschen) sowie ein
größerer Dynamikumfang, der sich in feineren
Abstufungen, selbst in hellen und dunklen Bildbereichen,
äußert. Einfacher gesagt: schärfere,
detailreichere Bilder.
Eine Alternative zum CCD stellt der CMOSChip
dar. Dieser ist ebenfalls mit lichtempfindlichen
Dioden für die Bildaufzeichnung bestückt.
Doch trotz einiger Vorteile, u. a. relativ günstige
Herstellungskosten und geringer Energieverbrauch,
setzen viele Digitalkamerahersteller nach
wie vor auf die CCD-Technologie. Hauptgrund
ist, dass CMOS-Chips in der Regel rauschempfindlicher
sind, was sich in einer schlechteren
Bildqualität widerspiegelt.
Trotz all ihrer technischen Finessen und ihres
innovativen Flairs sind weder CCD- noch CMOSChips
gegen eine elementare Gefahr gewappnet –
Staub. Während ein Staub- oder Sandkorn für
eine Filmkamera kaum ein Problem darstellt,
sieht das bei digitalen Modellen ganz anders aus.
Selbst das winzigste Staubpartikel kann Hunderte
von Pixeln bedecken und ist so auf jedem Foto
sichtbar.
Und mit steigender .Auflösung – wobei
eine immer größere Zahl von Pixeln sich auf derselben
Fläche „drängt“ – wird das Staubproblem ebenfalls größer. Da aber die meisten Kameras
geschlossene Gehäuse haben, werden die
Anwender sich nur äußerst selten darüber
Gedanken machen müssen, dass eventuell Staub
in die Kamera dringen und sich auf dem Chip
niederlassen könnte. Bei SLR-Modellen mit
Wechselobjektiven ist das nicht so einfach.
Selbst wenn beim Objektivwechsel noch so
sorgfältig vorgegangen wird, besteht immer die
Gefahr, dass Staub in die Kamera und auf den
CCD-Sensor gerät.
Wenn das geschieht, muss die Kamera
normalerweise zur Reparatur eingeschickt
werden. Olympus hat für dieses
Problem mit dem innovativen Supersonic
Wave Filter einen einzigartigen
Schutz für die Kameras des Olympus
E-Systems entwickelt.
Beim Aktivieren
dieser Funktion wird eine Serie von
Ultraschall-Schwingungen erzeugt, die
jegliche Partikel auf dem vor dem Sensor
befindlichen Staubfilter abschütteln.
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