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3.3.5 Bildstabilisierungstechnologien zur Verhinderung unscharfer Aufnahmen

Inhaltsverzeichnis




Je länger die Brennweite des verwendeten Objektivs oder je weiter man bei Zoomobjektiven in den Telebereich gelangt, umso schwieriger wird es, unscharfe Aufnahmen als Folge von Kameraverwacklungen zu vermeiden. Wird die Kamera in der Hand gehalten, gilt folgende Faustregel: Normale Kameraverwacklung führt nicht zu unscharfen Bildern, wenn die Belichtungszeit nicht länger als der Kehrwert der Objektivbrennweite ist. Beispiel: Wenn Sie ein 200-mm-Objektiv einsetzen, ist die längste Verschlusszeit, mit der Kameraverwacklungen mit aller Wahrscheinlichkeit keine Unschärfe hervorrufen werden, 1/200 Sekunde (Angaben beziehen sich auf 35-mm- Kameras). Wenn die Lichtverhältnisse längere Verschlusszeiten erfordern, wie beispielsweise bei Innenaufnahmen, in der Dämmerung oder bei schlechtem Wetter, geht man Verwacklungen am leichtesten und üblicherweise mittels eines Stativs aus dem Wege. Manchmal ist der Einsatz eines Stativs aber keine praktikable Lösung oder aber Sie bemerken nicht, dass die Belichtungsautomatik den Wert für die Verschlusszeit so weit erhöht hat, dass die Kamera besonders ruhig gehalten werden muss. Für solche Situationen wurden verschiedene Methoden der Bildstabilisierung entwickelt.

Verwacklungsreduktion
Dies ist ein spezieller Aufnahmemodus, in dem die Kamera automatisch die Empfindlichkeit erhöht. So sind kürzere Verschlusszeiten möglich und das Risiko unscharfer Aufnahmen, wie sie durch Kamerabewegungen oder sich schnell bewegende Motive verursacht werden können, wird reduziert.


Linkes Bild: Unscharfe Aufnahme
Rechtes Bild: Bild nach Anwendung des Digitalen Bildstabilisierungs-Programms


Digitales Bildstabilisierungs-Programm
Hier wird das unscharfe Bild nach der Aufnahme durch einen speziellen Bildbearbeitungsmodus in der Kamera „repariert“. Ein Kreiselsensor verfolgt die Richtung der Kameraverwacklung während der Aufnahme, zeichnet sie als Bewegungsvektor auf und schreibt diese Daten in die EXIF-Information der Bilddatei. Wenn der Anwender später dieses Bild schärfen möchte, werden die Informationen ausgelesen und an einen Mikroprozessor übergeben, der anhand eines speziellen Algorithmus die Korrekturen berechnet. Das bearbeitete Bild wird dann als neue Datei auf die Speicherkarte geschrieben. Bei einigen Olympus Kameras ist diese Funktion Bestandteil der .Perfect Fix-Funktion.

Mechanischer Bildstabilisator
Zurzeit gibt es zwei Varianten dieser fortgeschrittenen Bildstabilisierungstechnologie. Bei der einen registrieren Kreiselsensoren in Objektiv (Wechselobjektive bei D-SLRs) oder Kamera (Kompaktkameras) die Kamerabewegungen, und Mikromotoren im Objektiv bewegen spezielle Linsenelemente, so dass die Wirkung der Kamerabewegung kompensiert und die Aufnahme nicht beeinträchtigt wird (optischer Bildstabilisator).

Solcherart Objektive gestatten es, die Verschlusszeiten um zwei bis vier Schritte gegenüber der am Anfang dieses Abschnitts erläuterten Faustregel zu verlängern.

Obwohl dies eine sehr effektive Methode darstellt und vor allem in Objektiven mit großer Brennweite oder Zoomfähigkeiten verwendet wird, hat sie auch Nachteile: Die Objektive werden größer und wenn man auf dieses Feature nicht verzichten möchte, muss jedes einzelne D-SLR-Objektiv damit ausgestattet sein.


Bei der zweiten Methode der mechanischen Bildstabilisierung werden keine Linsenelemente im Objektiv bewegt, sondern das CCD selbst. Daher spielt es hier keine Rolle, welches Objektiv Sie an die Kamera anschließen – Sie werden immer vom mechanischen Bildstabilisator profitieren.

Dual Image Stabilization
Diese in einigen Olympus Kameras vorhandene Funktion kombiniert den CCD-basierten Bildstabilisator, bei dem ein Kreiselsensor Kamerabewegungen registriert und die Position des CCD entsprechend verändert wird, mit hohen ISOEinstellungen. So kann das Risiko unscharfer Aufnahmen, die durch Kameraverwacklungen oder sich schnell bewegende Motive hervorgerufen werden, noch weiter verringert werden.


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Quelle: Olympus Deutschland GmbH | Website © by melwindesign.com
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