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6.2 Was sind die wichtigsten Komprimierungsverfahren und worin unterscheiden sie sich?
Inhaltsverzeichnis
Man kann zwischen zwei Komprimierungsverfahren
unterscheiden: die verlustfreie und die verlustbehaftete
Kompression. Bei einer verlustfreien
Datenkomprimierung wird die Verringerung des
Speicherbedarfs ausschließlich durch eine effektivere
Zusammenfassung der Daten in der Datei
erreicht.
Den Vorteil dieses Komprimierungsverfahrens
macht folgendes Beispiel deutlich. In einem Bild
sind Pixel folgender Farben nebeneinander angeordnet:
Durch eine verlustfreie Kompression werden die
Daten etwa so umgesetzt:
Wie Sie beim Vergleich der beiden Beispielzeilen
sehen, konnte die Menge der Daten erheblich
reduziert werden – ohne dass deren Inhalt selbst
verändert wurde.
Vergleichbar arbeitet die verlustfreie Kompression,
wie sie beispielsweise von der .LZW-Kompression
des TIFF-Formats genutzt wird.
Die verlustbehaftete Komprimierung funktioniert
gänzlich anders. Sie macht sich zu Nutze, dass
das menschliche Auge nur ca. 2.000 verschiedene Farben gleichzeitig wahrnehmen kann und es
deshalb eigentlich gar nicht erforderlich ist, 16,7
Millionen Farbinformationen zu speichern – die
16,7 Millionen Farben errechnen sich aus 256
Rottönen x 256 Grüntönen x 256 Blautönen.
Diese Erkenntnis ist der Schlüssel der verlustbehafteten
Komprimierung. Sie „durchsucht“ das
Bild nach redundanten, sprich: „unnötigen“
Farbinformationen und löscht diese. Dabei können
Sie den Grad der Komprimierung selbst bestimmen
– entweder vor der Aufnahme, indem Sie im
Kameramenü den gewünschten Speichermodus
einstellen, oder danach am Computer mit Hilfe
einer Bildbearbeitungssoftware, z. B. .Photoshop.
Zur Verdeutlichung wieder ein kleines Beispiel.
Diesmal sind die Informationen wie folgt angeordnet:
Die Komprimierung erkennt die farbliche Verwandtschaft
der verschiedenen Rotstufen und
fasst diese zusammen:
Eine stärkere Kompression hätte folgendes Ergebnis:
Je höher die verlustbehaftete Kompression (z. B.
bei JPEG-Dateien mit hoher Kompressionsrate),
desto schwieriger ist es, die Konturen von Objekten
korrekt darzustellen. Andererseits lässt sich
der Speicherbedarf z. B. eines Digitalfotos für die
Bildschirmdarstellung von mehr als zwei MB auf
weniger als 100 Kilobytes reduzieren, ohne dass gravierende Qualitätsverluste auftreten.
Sollten Sie die Bilder später jedoch ausdrucken
wollen, ist es immer besser, die Dateien in hoher
Qualität, d. h. mit einer niedrigen Komprimierungsrate,
zu speichern.
Trotz verlustbehafteter Kompression liefern JPEGs
für die meisten Ansprüche ausgezeichnete Qualität.
Bei einem normalen Ausdruck oder Fotoabzug
ist es äußerst schwierig, wenn nicht gar
unmöglich, festzustellen, ob die Vorlage ein SHQ
JPEG oder ein TIFF war.
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