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4.2 Zu Hause drucken
Inhaltsverzeichnis
Mit einem leistungsstarken Drucker kann der
Digitalfotograf seine soeben aufgenommenen
Fotos sofort und ganz einfach in exzellenter Qualität
auf Papier bringen. Und man braucht nicht
einmal einen PC! Wird eine PictBridge-kompatible
Kamera an einen Drucker angeschlossen,
der diesen Kommunikationsstandard ebenso
unterstützt, ist ein direktes Ausdrucken möglich.
Viele Drucker besitzen Einschübe für Speicherkarten
und erlauben so computerloses Drucken.
Modelle mit integriertem LC-Display bieten
zudem die Möglichkeit, die Bilder direkt zu bearbeiten
oder zuzuschneiden. Selbst für den mobilen
Einsatz werden Drucker angeboten.
Der Benutzer kann zwischen einer Vielzahl von
Drucktechniken wählen. Aber nicht alle Verfahren
sind tatsächlich für fotorealistische Ergebnisse
geeignet. Vor dem Kauf eines Druckers ist es
sinnvoll, sich umfassend zu informieren und,
wenn möglich, Probeausdrucke miteinander zu
vergleichen.
Kaum oder gar nicht für den fotorealistischen
Druck geeignet sind Farblaser-, Festtinten-, Thermowachs-
und Thermotransferdrucker. Lediglich
Tintenstrahldrucker können neben Thermosublimationsdruckern
die sehr hohen Qualitätsanforderungen
einlösen.
Die mit Abstand qualitativ besten Ergebnisse lassen
sich mit Thermosublimationsdruckern herstellen.
Betrachtet man das gänzlich andere
Druckverfahren, wird deutlich, warum: Bei der
Thermosublimationstechnik wird eine Folie, die
mit den drei Druck-Grundfarben Cyan, Magenta
und Gelb beschichtet ist, erhitzt. Die von den
Folien abgelösten Farbdämpfe verbinden sich
direkt mit dem Spezialpapier (man spricht auch
vom „Aufdampfen“ der Farben). Weil über die
Temperatur die Größe der jeweiligen Bildpunkte
gesteuert wird, sind fotorealistische Ausdrucke
ohne Raster und mit perfekten Farbverläufen
möglich. Der Vorteil dieses Verfahrens
wird vor allem
bei Farb- und Schattenverläufen
deutlich:
Die Übergänge
erscheinen sanft fließend.
Gute Thermotransferdrucker
überziehen
die Ausdrucke
außerdem mit einer
Schutzschicht (laminieren)
und machen
sie so haltbarer. Solche
Top-Ergebnisse sind mit Tintenstrahldruckern und anderen Druckverfahren
nur schwer zu erreichen, da diese lediglich
gerasterte Bilder liefern. Die hohe Druckqualität
von Thermosublimationsdruckern erklärt sich
zudem durch die Verwendung transparenter
Farbe. Denn sie ermöglicht es, dass sich neue
Farben durch das Übereinanderdrucken einzelner
Farbpunkte erzeugen lassen. Die Thermosublimationsdrucker
von Olympus können 16,7 Millionen
Farben – 256 Tonwerte je Farbe – wiedergeben.
Der
Thermaldruckkopf
erhitzt das Farbband,
wodurch die Farbe in
das Papier
eingedampft wird.
Hochwertige Tintenstrahldrucker, die mit sechs
oder mehr Farbpatronen sowie ultrafeinen Düsen
ausgestattet sind, erzielen eine Auflösung von
ungefähr 5.760 x 1.440 dpi oder mehr und produzieren
somit beeindruckende Ergebnisse. Um
Kosten zu sparen, empfiehlt es sich, einen Drucker
auszuwählen, bei dem sich die Farbpatronen einzeln
wechseln lassen.
Beim Tintenstrahldrucker wird die Farbe, die im
Druckkopf in Vorratskammern enthalten ist, in die
einzelnen Düsenkammern des Druckkopfs eingespritzt.
Um die Tinte auf das Papier zu bringen,
setzen die Druckerhersteller auf zwei verschiedene
Lösungen: Bei der Bubblejet-Technologie wird
der Austritt der Tinte durch Erhitzen der jeweiligen
Düsen erreicht. Bei der Piezo-Technologie hingegen
wird die Tinte mit Hilfe eines kleinen Kristalls, der sich beim Anlegen einer elektrischen Spannung
ausdehnt, auf das Papier gebracht.
Obwohl Tintenstrahldrucker lediglich gerasterte
Drucke produzieren, lassen sich mit hochwertigen
Modellen – vor allem bei Verwendung von speziell
beschichtetem Glossy-Papier – sehr beeindruckende
Fotoprints bis A3-Größe von hochaufgelösten
Digitalbildern erzielen.
In jedem Fall ist es ratsam, das vom Hersteller
empfohlene Papier (und die Tinte) zu verwenden,
um beste Ergebnisse zu erzielen. Heutzutage ist
ein umfangreiches Angebot an Papieren für Fotoausdrucke
erhältlich. Neben den schon erwähnten
Glossy-Papieren stehen auch Papiere mit rauen
Oberflächen für aquarellartige Effekte und Oberflächen
mit seidenähnlicher Struktur zur Verfügung.
Eine Innovation, die dazu beiträgt, die Qualität
der Ausdrucke zu verbessern, ist der Exif-
Standard. Exif („Exchangeable Image File Format“)
ist ein Dateianhang, der Auskunft über zahlreiche
Aufnahmeeinstellungen gibt. So werden u. a. die
Objektivbrennweite und die Blitzeinstellung der
Kamera registriert. Mit Hilfe des Exif Print-Standards
(auch Exif 2.2 genannt) werden für den
Druck wichtige Zusatzinformationen wie der
Weißabgleich, die verwendete Verschlusszeit und
die Aktivierung oder Deaktivierung des Nachtaufnahme-
Modus gespeichert.
Viele der heute angebotenen
Drucker können diese Informationen
nutzen, um die Qualität der Ergebnisse deutlich
zu erhöhen.
Mit PRINT Image Matching (P.I.M.) und der
Weiterentwicklung P.I.M. II offeriert Epson zwei
ähnlich funktionierende Technologien, die in die
gleiche Richtung zielen.
Drucker mit integriertem ICC-Profil (wie der
Olympus P-440) besitzen eine so hohe Wiedergabetreue,
dass sie an Ort und Stelle für Proofing
und Qualitätskontrolle eingesetzt werden können.
Das Profil sorgt hierbei dafür, dass der Drucker
eine Farbpalette nutzt, die der von der Digitalkamera
verwendeten entspricht.
Abschließend noch eine Bemerkunge zum Thema
Auflösung: Im Vergleich zu den hohen Druckauflösungen
von Tintenstrahldruckern erscheint
die Auflösung von .Thermosublimationsdruckern
mit bis etwa 300 dpi als sehr gering. Aber aufgrund
der verschiedenen Drucktechniken sind
beide Werte überhaupt nicht vergleichbar. Die
gegenüber Tintenstrahlausdrucken deutlich
besseren Thermosublimationsprints belegen es
eindeutig: Weniger kann durchaus mehr sein.
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